Abstracts

Keine Privatisierung der Rente! Plädoyer für Beibehaltung der Umlagefinanzierten Rente 

Gotthard Krupp, (verdi, im Vorstand LV Berlin)  

Die gesetzliche solidarische Rente ist bisher vollständig umlagefinanziert. Eine kapitalmarktabhängige Altersvorsorge ist nicht in der Lage ein definiertes Leistungsziel der Lebensstandardsicherung zu garantieren, weil sie der Volatilität des Marktes ausgesetzt ist. Der von der Bundesregierung geplante erste Einstieg in eine Kapitaldeckung bei der gesetzlichen Rente, ist ein Weg hin zu ihrer Auslieferung an die Finanzmärkte, der weitere Schritte zwangsläufig nach sich zieht. Deshalb muss schon dieser erste Schritt gestoppt werden.

Ringen um die Rente

Dr. Hans-Jürgen Urban, IG Metall Vorstand Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Die Kapitalisierung der Alterssicherung ist gescheitert. Die überzogenen Renditeversprechen bei Einführung der Riester-Rente haben sich im Niedrigzinsumfeld längst in Luft aufgelöst. Und auch bei den Betriebsrenten klafft eine Lücke. Doch mit Aktienrente, Staatsfondsideen und Garantieverzicht etc. werden neue Versuche unternommen, den Schwächen des Kapitalmarktes durch immer riskantere Anlagestrategien zu entkommen. Kritik der Kapitaldeckung und die Suche nach Alternativen sind Gegenstände des Vortrags.

„Da muss man doch was machen!“ Gedenken an Peter Grottian

Eva Emenlauer-Blömers, ehem. Otto-Suhr-Institut für Politische Wissenschaft (OSI) der FU Berlin

Peter Grottian war einer der wenigen Wissenschaftler, die nicht nur forschten und schrieben, sondern auch handelten. Der Beitrag erinnert an den radikalen Demokraten anhand von drei Beispielen seiner Aktivitäten: der Kampagne gegen die Berufsverbote, der Initiative zur Schaffung einer Professur für feministische Politikwissenschaft sowie der Gründung der Bürgerinitiative Berliner Bankenskandal. Das Thema Banken und Finanzsystem hat Peter bis zu seinem Lebensende beschäftigt und seine Aufforderung – „Da müssen wir doch was machen!“  – gilt bis heute. 

Arbeitsverhältnisse im BlackRock-Kapitalismus

Werner Rügemer

BlackRock & Co. nutzen die US-Arbeitsgesetzgebung, die unter den kapitalistischen Staaten die niedrigsten und menschenrechtswidrigen Standards aufweist: working poor und working sick. Zudem nutzen US-Konzerne seit Jahrzehnten z.B. Foxconn (Taiwan), den global größten Organisator kasernierter Niedrigstlöhnerei. Die Arbeits-Ideologie mit Diversity, Inclusion und LGBT+ ändert daran nichts. Als Beispiele dienen Amazon, Tesla und der Luxus-SUV e-tron von Audi.