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BlackRock, Vanguard & Co – die führende Schattenbank, ihre Praktiken und deren folgen

"Die BlackRock Corporation ist derzeit Aktionär, also Miteigentümer von 18.000 Banken, Unternehmen und Finanzdienstleistern, vor allem in den USA und Kanada, in der Europäischen Union und in westlich orientierten Ländern. Eine derartig zahlreiche gleichzeitige Präsenz eines einzigen Eigentümers hat es in der Geschichte des Kapitalismus noch nie gegeben.
Doch BlackRock ist nur die Spitze des aktuellen, neu entstandenen kapitalistischen Eisbergs. Die nächstgrößeren Kapitalorganisatoren dieser neuen Art sind Vanguard, State Street, Capital Group, Amundi, Wellington, Fidelity, T Rowe Price, Pimco, Norges. Im Folgenden steht BlackRock exemplarisch für diese derzeit bestimmenden Akteure des US-geführten westlichen Kapitalismus. Kleinere neue Kapitalakteure  wie Private-Equity-Investoren ("Heuschrecken"), Hedge-Fonds, Investmentbanken und Risikokapitalgeber gehören spätestens seit der Bankenkrise von 2007 ebenfalls zur aktuellen Phase des neu formierten Kapitalismus, haben aber keinen vergleichbaren Einfluss. (1)" 
Text: Werner Rügemer

Spätestens seit der Finanzkrise 2008 haben BlackRock & Co auch die traditionellen Großbanken abgelöst: Die unregulierten Schattenbanken sind nun die Eigentümer selbst der regulierten Großbanken, also von Goldman Sachs, JP Morgan usw., aber auch z.B. aller großen Digitalkonzerne wie Amazon, Google, Apple, Microsoft, Meta/Facebook, Intel, Nvidia. Gleichzeitig ist es BlackRock & Co gelungen, in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannt zu bleiben.
BlackRock vereint die folgenden Merkmale und Praktiken:
*Ultraliberale Unternehmensverfassung nach den Gesetzen der Finanzoase Delaware
– Status als unregulierte „Schattenbank“
*Das einzigartige Volumen des eingesetzten Kapitals, derzeit 10 Billionen Dollar
*Die einzigartige Insider- und Monopolstellung als gleichzeitiger Großaktionär bei 18.000 Unternehmen, Banken, Finanzdienstleistern, in jeweils den größten derselben Branchen (Digital, Auto, Öl, Kohle, Rüstung, Chemie, Pharma, Fracking, Finanzen)
*Die beratende Funktion bei wichtigen Regierungen, bei der US-Notenbank Federal Reserve, bei der EZB und bei der Europäischen Kommission
*mit ALADDIN, dem größten Sammel- und Analysesystem der westlichen Welt für finanzielle, wirtschaftliche und politische Daten
*ein System von hochbezahlten Einflussagenten in wichtigen Ländern wie den USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Mexiko und der Schweiz
*Integration in „America First“-Netzwerke der Politik, Medien, Ratingagenturen, Beratungskonzerne, Geheimdienste und des Militärs. So ist BlackRock beispielsweise Aktionär des führenden westlichen liberalen Medienunternehmens, der New York Times, aber auch des Wall Street Journal, der US-“BILD-Zeitung“ USA Today und in den fünf größten TV-Sendern.
Es ist diese Kombination, die Macht schafft:

*hard power: Militär

*strong power: Kapital

*soft power: Regierung, Medien, Stiftungen, fake production, Unterhaltung.

Daraus wird deutlich, dass es im Kapitalismus für die Ausübung von Macht nicht ausreicht, einfach nur reich oder superreich, Multimillionär oder Multimilliardär zu sein. Entscheidend ist vielmehr die Mehrfachpräsenz in Unternehmen, Banken, Finanzinstituten, Regierungen, Leitmedien, Beratungsfirmen und die vielgestaltige systemische Mehrfachvernetzung.

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BlackRock Konferenz 2022

SCHWARZER FELS
BLACKROCK & CO.

Auf den Spuren einer unbekannten Weltmacht: Wie BlackRock & Co. immer mehr die Welt beherrschen

16./17. September 2022

Universität Potsdam, Auditorium Maximum – „Audimax“, Campus am Neuen Palais, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam, Haus 12, 1. OG

Die „Black Rock Konferenz 2022“ hat bereits stattgefunden. Die Vorträge der Konferenz stehe hier zur Verfügung.

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Spendenaufruf

Die Initiative Blackrock-Tribunal plant eine weitere Konferenz zum Thema Blackrock & Co., die am 16./17. September 2022 in Potsdam stattfinden soll. Wir wollen damit an unser „Blackrock-Tribunal“ vom September 2020 anknüpfen und weiter über diesen größten Vermögensverwalter der Welt und auch andere Ähnliche samt ihrem weltweiten Vernetzungsgeflecht informieren.

Dieses Mal geht es um den Einfluss von Blackrock und Co. auf das Leben von uns allen bei Umwelt, Digitalisierung, Arbeit und Rente (s. Programmentwurf). Wir haben uns auf diese Schwerpunkte konzentriert, weil neuere Entwicklungen bei Blackrock gerade in diesen Bereichen kritische öffentliche Aufmerksamkeit nahelegen.

Die Konferenz findet in Zusammenarbeit mit der Universitätsgesellschaft Potsdam als Mitveranstalter statt, die dafür Räume zur Verfügung stellt und andere Unterstützung leistet. Im Gegensatz zu den Finanz-Giganten sind wir aber für die Finanzierung jeder Aufklärungsarbeit auf „crowdfunding“ durch möglichst viele Interessierte angewiesen.

Wir möchten uns daher heute an Sie wenden mit der großen Bitte, unser Vorhaben mit einer Spende zu unterstützen.

Dank der Universitätsgesellschaft Potsdam und Zusagen von Spendern in unserer Arbeitgruppe selbst haben wir bisher schon einen soliden Finanzierungssockel erreichen können. Wir bemühen uns natürlich um eine sparsame Kalkulation, andererseits sollen die Teilnehmenden – ehrenamtliche Referenten und Referentinnen, sowie das Publikum – während der Konferenz auch angemessen versorgt sein. Plan ist, von Publikumsteilnehmern und Teilnehmerinnen einen geringen Tagungsbeitrag zu erbitten, die diesen leisten können. Dies einkalkuliert, bleibt trotzdem noch eine Finanzierungslücke von mehreren Tausend Euro. Darum möchten wir für unsere Planungssicherheit herzlich und dringlich um eine Spende auf das Konto der Universitätsgesellschaft Potsdam e.V. zur Schließung dieser Lücke bitten:

IBAN: DE15 1207 0024 0327 0170 00 (BIC: DEUTDEDB160) *Verwendungszweck: SFN „New Work / Black Rock“

*Die Angabe des Stichworts ist für die Zuordnung der Spende unbedingt notwendig! Die Universitätsgesellschaft ist gemeinnützig und kann eine Spendenbescheinigung ausstellen.

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Buchtipp

Werner Rügemer

BlackRock & Co. enteignen!

Auf den Spuren einer unbekannten Weltmacht

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Blackrock dezent?

In seiner Münchener Niederlassung am Lenbachplatz 1 erscheint außen der Name „BlackRock“ nur als dezente Gravur auf dem Briefkasten. Das entspricht der Unternehmensphilosophie: unbemerkt vom Licht der Öffentlichkeit im Hintergrund zu agieren. – Foto: Günther Hartmann

Das Foto illustriert das Missverhältnis zwischen Macht und Unsichtbarkeit.

Zum Weiterlesen – ÖkologiePolitik ÖDP-Journal im Interview mit Werner Rügemer:

BlackRock: der größte Mitorganisator von globaler Steuerflucht

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Blackrock-Tribunal muß weitergehen!

Aufruf: Blackrock-Tribunal muß weitergehen! Einladung zur Mitarbeit

Am 26./27.September 2020 fand in Berlin das Tribunal gegen BlackRock, den größten Kapitalorganisator der Gegenwart statt. Wesentlicher Antreiber dafür war Peter Grottian.
Das Anliegen dieses Tribunals soll fortgeführt werden.
Peter Grottian, Professor a.D. für Politologie (im „Unruhestand“ nach eigenem Bekunden), ist am Abend des 29. Oktober 2020 in Bregenz/Vorarlberg gestorben – diese Nachricht verbreitete sich während des 30. Oktobers wie ein Lauffeuer. Sie traf uns schon am
Vormittag und versetzte uns nicht nur in Fassungslosigkeit und Trauer, sondern betrifft auch unmittelbar unsere eigene interne Organisation. Wir waren, auf seinen Wunsch hin, für eben diesen Abend am 30. Oktober mit ihm zu einem Treffen in Berlin verabredet.
„Wir“: d.h. die kleine Arbeitsgruppe, die unmittelbar an der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung und Gestaltung des BlackRock-Tribunals beteiligt war, das am letzten Septemberwochenende in Berlin stattgefunden hat, wo er noch einmal den langen Atem von Bewegung beschwor und ein Zusammenwirken der Initiativen inspirierte.
Peter Grottian verfügte über ein klares Verständnis davon, welche Gefahren für die Demokratie bestehen, in Bezug auf den Vermögensverwalter Black Rock, sprach Peter sorgenvoll vom kommenden BlackRock Bürger. Das zentrale Problem der Gegenwart
bestand für ihn darin, Formen der politischen Organisation von Unten zu finden, die den globalen Zusammenhängen gerecht werden. Die Anklage, welche vom Autor und BlackRock-Kenner Werner Rügemer verfasst wurde, enthielt anfänglich 11 Anklagepunkte.
Für das Tribunal war das zuviel und wir entschieden uns 4 der Punkte differenziert zu thematisieren, wofür wir Expert:innen und Sachverständige in den Bereichen Ökonomische Macht und Demokratie, Mieten und Wohnen, Rüstungsproduktion und
Rüstungsexporte und Klima und Umweltschutz gewinnen konnten. Das anschliessende Urteil war vernichtend; „BlackRock verstößt gegen die wesentlichen Prinzipien der Demokratie, gegen Völkerrecht und Menschenrechte sowie gegen nationale Gesetze oder leistet dazu Beihilfe.“ es blieb aber auch unvollständig.
Bei einem anschließenden Treffen mit Interessierten Ende Oktober, entschieden wir, anhand der 11 Anklagepunkte, Initiativen aus den Bereichen zu kontaktieren und eine Zusammenarbeit anzuregen.
Die differenzierten Anklagepunkte im Einzelnen:

  1. Organisierte Steuerflucht zugunsten reicher Privateigentümer
  2. Verletzung von Gesetzen der Marktwirtschaft
  3. Schwächung der solidarischen Rentensysteme
  4. Zerstörung der Demokratie durch Bildung von Nebenregierungen
  5. Beihilfe zur Klimaerwärmung und Zerstörung der Umwelt
  6. Beihilfe zu menschenrenrechtswidrigen Arbeitsverhältnissen
  7. Beihilfe zur demokratieschädlichen sozialen Ungleichheit
  8. Beihilfe zur menschenrechtswidrigen Erhöhung von Mieten
  9. Beihilfe zur Ausspähung von BürgerInnen und Unternehmen
  10. Beihilfe zur Manipulation der Öffentlichkeit
  11. Beihilfe zu völkerrechtswidrigen Kriegen

Um der Aufarbeitung all dieser Punkte gerecht werden zu können, aber auch für die Betreuung und Gestaltung der Webseite und das Zusammenstellen wichtiger Informationen, ist unser Team viel zu klein. Zudem fehlt eine Finanzierung und wir sind angewiesen auf ehrenamtliche Mitarbeit. Der durch Peter Grottian angestoßene Prozess
sollte aber unbedingt fortgesetzt werden, denn das Tribunal hatte exemplarisch BlackRocks Ausbreitung in aller Welt und in alle Lebensbereiche hinein gezeigt.
Als letzte Initiative, die Peter aktiviert hat, fühlen wir uns verantwortlich und motiviert, als letzte „Staffelträger“ in seinem Sinne weiterzumachen: Wir möchten an Euch alle, als seine früheren zahlreichen Initiativen, als seine alten Kollegen, Freunde, Mitstreitenden appellieren, Peters letztes Anliegen so ernst zu nehmen wie er selbst, und sich BlackRocks und Co. wachsender Einflussnahme in aller Welt entgegenzustellen.
Interessierte schreiben bitte an blackrocktribunal@riseup.net
Viele Menschen haben Peter Grottians Tod bedauert. Wir hoffen daher, aus diesen Reihen weiter Aktive zur Mitarbeit gewinnen zu können. Wir freuen uns von Euch zu hören.

Aufruftext: Blackrock-Tribunal muß weitergehen!

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Nachruf Peter Grottian

Wir trauern um Peter Grottian
1942 – 2020

Nachruf auf Peter Grottian des Teams von TockTockBlackRock

Am Donnerstag, den 29. Oktober 2020 ist Peter Grottian verstorben, ein großer Verlust. Peter Grottian verfügte über ein klares Verständnis davon, welche Gefahren für die Demokratie bestehen. In Bezug auf den Vermögensverwalter BlackRock sprach Peter sorgenvoll vom kommenden BlackRock Bürger. Peter Grottian 1942 in Wuppertal geboren, war von 1979-2007 Professor für empirische Staats- und Verwaltungsforschung am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Die Schwerpunkte seiner Lehre waren Strategien zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit, Neue soziale Bewegungen, Umbau des Sozialstaates und Metropolenentwicklung. 1985 verzichtete er auf ein Drittel seiner Professorenstelle, damit eine Stelle für eine Genderforscherin geschaffen werden konnte. Er organisierte Bürgerproteste gegen die Bankenmacht, protestierte unter anderem gegen die Automobilindustrie, den Waffenhandel, Glyphosat und Hartz-IV – nicht selten war er der Initiator des gebotenen Widerstands unter Berufung auf die Demonstrations- und Meinungsfreiheit und setzte sich nun zum Schluss dafür ein, das Tribunal gegen BlackRock zu realisieren.

Er hat sich in den letzten Monaten oft geärgert, darüber, dass sich die Zivilgesellschaft alles gefallen lässt, darüber, wie schwer es war aktive Mitstreiter im Kampf gegen den Finanzgiganten BlackRock zu finden und im Juni dieses Jahres empörte er sich darüber, niemanden aus dem linken Umfeld zu finden, der mit ihm eine Demonstration zur Situation der Kurzarbeit und Jobverluste ausgelöst durch die Pandemie Krise, organisieren würde. Wie brav die Leute sind, damit hatte Peter ein Problem. Er hatte den Mut zur Unzufriedenheit, welche er einen spüren ließ. Und immer wieder fragte er, wo ist die Zivilgesellschaft, wo sind die Verbände, was ist mit dem zivilen Ungehorsam, für den er ein wichtiger Fürsprecher war. Auch sein letztes Projekt das BlackRock Tribunal im September, welches ohne seinen beharrlichen Einsatz nicht stattgefunden hätte, konnte ihn bezüglich des Einsatzes der Zivilgesellschaft nicht zufrieden stellen. Wo sind die jungen Leute, wo sind die Medien, was können wir tun? Das zentrale Problem der Gegenwart bestand für ihn darin, Formen der politischen Organisation von Unten zu finden, die den globalen Zusammenhängen gerecht werden. Er berief sich auf seinen verstorbenen Freund und Mitstreiter Wolf-Dieter Narr, der von einer „Niemandsherrschaft“ sprach, eine scheinbar nicht mehr greifbare oder zurechenbare, ökonomische Herrschaft, die er durch das Benennen des mächtigen Akteurs BlackRock brechen wollte. Mit Werner Rügemer, der in seinem Buch „Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts“ differenziert auf BlackRock eingeht, konnte er einen fundierten Kenner des Finanzkapitalismus neuen Typs zur Mitarbeit gewinnen. Das Tribunal war mit vielen Interessierten und Sachverständigen Referenten auf den Feldern Klima, Rüstung, Miete und Ökonomie und Demokratie insofern ein Erfolg, dass ein erster Schritt geschafft war, den Fokus auf die sich seit der Finanzkrise 2008 stärkenden Vermögensverwalter als Schattenbaken zu richten.

Peter hat in Bezug auf das Tribunal stets von einem kleinen Blümlein gesprochen, welches er, als „bemooster Karpfen“ mit seiner wunderbaren „Altersradikalität“ in die Welt setzen wollte. Denn BlackRocks ökonomische Macht hat eine Herrschaftsmacht erreicht, die mit den Grundprinzipien von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft kollidiert. Diese Arbeit haben wir so gut es ging unterstützt. Zufriedengestellt hat ihn auch das nicht und er hätte weiter Druck gemacht. Diesen Druck müssen wir nun ohne ihn ausbauen. Ein unermüdlicher Antreiber wie Peter es war, wird uns dabei, schmerzlichst fehlen. Peter riet uns eindringlich nicht nur am Küchentisch verbal radikal zu sein, sondern diese Radikalität auch zu praktizieren. Dafür war er als Initiator vieler Proteste und Aktionen, Zeit seines Lebens ein Vorbild.

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